Skiatlas Madonna di Campiglio
Unter den Top Ten der italienischen Wintersportzentren mischt Madonna di Campiglio ganz vorne mit: mit der atemberaubenden Kulisse der Brenta, mit einem weitläufigen Pistennetz auf beiden Seiten des Hochtals und mit Gästen, deren Namen man das Attribut „mondän“ verdankt. Sehen und gesehen werden lautet das Motto auf den Pisten und beim Flanieren durch den autofreien Ortskern.
Inmitten dunkler Nadelwälder duckt sich Madonna di Campiglio in einem Talkessel auf 1550 m Höhe. Der traditionsreiche Wintersportort zwischen den gewaltigen Granitbergen der Presanella im Westen und den bizarren Brenta-Dolomiten im Osten wird geprägt von altehrwürdigen Hotels, die Schritt für Schritt modernisiert und renoviert werden. Seitdem der Verkehr in einem Tunnel an Madonna vorbeifließt und die ehemalige Durchgangsstraße in eine Fußgängerzone umgewandelt wurde, hat sich vieles zum Positiven gewandelt. Zwar ist Madonna di Campiglio mondän, doch die wirklich Reichen verstecken sich in ihren Häusern, die man erst auf dem zweiten Blick inmitten der Wälder rings um Madonna entdeckt. Bei einem Bummel durch Madonna ist die Pelzdichte zwar erhöht, auch die Geschäfte und Boutiquen haben sich auf zahlungskräftige Kundschaft eingestellt, doch selbst als Gast mit durchschnittlicher Kreditkarte fühlt man sich auf Anhieb wohl. Besonders schön: Der Nobelort steckt auch tagsüber voller Leben: es wird spaziert und promeniert, der zugefrorene Dorfsee wird zur Bühne für Schlittschuhläufer. Es ist ein sympathisches Nebeneinander: Die einen gehen abends in erschwingliche Lokale wie die Pizzeria Focolare, andere lassen sich in der Taverne Il Gallo Cedrone im Hotel Bertelli verwöhnen und alle sind glücklich. Wobei der Abend erst gegen 21 Uhr beginnt. Wer früher unterwegs ist, bekommt dafür leichter Platz. Etwa in der um diese Zeit noch leeren Nabucco Ferrari-Lounge, in der es fantastischen Wein und perlenden Champagner von Giulio Ferrari gibt je teurer das Getränk, desto feiner die kostenlos gereichten Snacks. Höhepunkte des Winters sind das Formel 1 Press Meeting von Ferrari und der Habsburger Karneval im Februar. Südlich im Val Rendana bietet Pinzolo, das geschäftliche Zentrum der Region, Unterkunftsmöglichkeiten für schmalere Geldbeutel.
Pisten
Die Abfahrten um Madonna di Campiglio sind überwiegend mittelschwer bis leicht. Die Bahnen starten teilweise mitten im Ort und sind bequem zu Fuß zu erreichen. Wartezeiten an den Liften sind meist ein Fremdwort. Vormittags bieten sich die Westhänge mit den leichten Abfahrten vom Rifugio Pancugolo (Ristorante 5 Laghi) an oder man schaukelt über Pradalago zum Monte Vigo, um dort die nordseitigen, teilsweise sogar recht sportlichen Waldschneisen über dem Val di Sole abzufahren. Zurück auf Pradalago stürzen sich Könner erst einmal die schwarze Amazzonia hinunter, um sich für den Canalone Miramonte mit seiner berühmten FIS-Piste 3-Tre warm zu fahren, auf der der Weltcup-Slalom der Herren ausgetragen wird. Für den Nachmittag empfiehlt sich die Sonnenseite am Passo Grosté mit breiten, teilweise recht flachen Abfahrten, die fotogen unterhalb der rötlichen Brentawände entlangführen. Sportlicher Ausreißer auf der Grostéseite ist der Monte Spinale mit der tiefschwarzen 'Spinale direttissima'. Zu Ehren des Formel 1-Weltmeisters Michael Schumacher wurde der untere Abschnitt in 'Streif Schumacher' umbenannt, die der ehemalige Ferrari-Pilot auch selbst eingeweiht hat. Etwas südlich liegt Pinzolo mit seinem überschaubaren Familienskigebiet zu Füßen des Doss del Sabion. Auf der Pista Competition werden seit Jahren die Rennen des Trofeo-Topolino Sci ausgetragen, eine der bedeutendsten internationalen Ski-Meisterschaften für Junioren aus über 40 Ländern.
Quelle: www.adac-skiguide.de